Der Swing entwickelte sich in den späteren 1920er und in den 1930er Jahren in den USA aus den Stilrichtungen des Dixieland- und Chicago-Jazz. Die Tanzbarkeit dieser Stile fundierte als Grundlage für ihre Popularität, zusammen mit ihrem vollen Klang.

Der Swing wurde ursprünglich von Afroamerikanern entwickelt, allerdings schon bald darauf auch von Weißen gespielt und zum Schluß auch dominiert. Die Ära des Swing ist untrennbar mit dem Aufstieg der Bigbands verknüpft. Dieser lässt sich auch durch die Weltwirtschaftskrise erklären. Durch die Krise mussten sich viele kleinere Bands auflösen. Sie taten sich dann zu wirtschaftlicheren Bigbands zusammen. Diese Bigbands hatten öfter mal die Möglichkeit, in regionalen und überregionalen Radiosendern aufzutreten. Dadurch machten sie den Swing bekannt. Auch die europäischen Rundfunkanstalten trugen zum Siegeszug des Swing bei.

Der Swing besticht durch seine tanzbaren Rhythmen und zog insbesondere die amerikanische Jugend in ihren Bann. Es entwickelten sich viele wilde Tanzstile. Schwarze Swingkönige waren z. B. Count Basie, Duke Ellington oder Lionel Hampton. Ihre weißen Gegenüber waren unter anderem Benny Goodman, Tommy Dorsey und Glenn Miller.

In Europa verlief der Siegeszug von Swing und Jazz bis zum Zweiten Weltkrieg, dann waren in Deutschland und Österreich diese Musikstile verboten. Das hielt die hiesige Jugend aber nicht davon ab, in illegalen Clubs ihrer Leidenschaft zu frönen. Und das auch auf die reale Gefahr hin, dafür in ein Lager gesteckt oder umgebracht zu werden.

Nach dem 2. Weltkrieg waren Swingelemente in der Popularmusik weiterhin von herausragender Bedeutung. In den USA waren im Swing verwurzelte Sänger wie Frank Sinatra, Bing Crosby, Dean Martin oder Sammy Davis Jr. große Stars. Auch in Europa gab und gibt es bis heute namhafte Swing-Bigbands, und diese Musik hat nach wie vor eine große Fangemeinde.