Der Jazz entstand so um 1900 ebenso wie der Blues und der Ragtime im Süden der USA. Er entstand in New Orleans, in Memphis, Kansas City, Dallas und St. Louis. Er hat seine Ursprünge in den unterschiedlichen Musiktraditionen der afrikanischen Sklaven und weißen Herren, die sich zu eigenen Musikstilen vermischten. So gab es den Ragtime, aus dem der Jazz hervorging. Er wies aber viele Unterschiede zum Jazz auf, insbesondere, dass der Ragtime durchkomponiert war, während der Jazz eher improvisiert wird.

Auch der Blues hatte immer einen starken Einfluss auf den Jazz. Ragtime und Blues waren unabhängig vom Jazz entstanden und sind auch weiterhin als eigene Stilrichtungen präsent. Aber sie beeinflussten den Jazz in Form und Stil. Auch gaben sie ihm die Stilmittel für die Improvisation.

Aus der afrikanischen Musik / dem Ragtime flossen viele Merkmale in den Jazz mit ein, wie zum Beispiel die Gesangsstile, die dem Sänger große Freiräume für stimmlichen Ausdruck lassen, ebenso wie die Tradition der Improvisation und dem Call - and - Response – Schema, das auch schon im Blues Verwendung fand.

Weiterhin wurde der Jazz von Worksongs, Wiegenliedern und später den Spirituals geprägt. Aus der europäischen Musik gelangten zusätzlich zu den im Ragtime wiederzufindenden Elementen auch theoretische Elemente, welche die Harmonie als Ordnungsprinzip bedingen und das Repertoire an Akkorden lieferten, in den Jazz. Aus dem Ragtime und dem Blues entstand dann der Jazz.

Ende des 19. Jahrhunderts verschmolzen die unterschiedlichen Einflüsse zum ersten Mal zu einem voll ausgebildeten Stil des Jazz. Nach dem Ort seines Entstehens nannte man ihn New Orleans Jazz.

Einige Jazzhistoriker sagen, der Jazz sei in New Orleans geboren und in Chicago und New York aufgewachsen.

Zu Beginn wurde der Jazz in kleinen Blaskapellen oder auch von Solopianisten gespielt. Sie spielten auch Ragtime, Märsche, Blues, Hymnen und Spirituals, zum Beispiel bei Festen, Paraden, Hochzeiten, Beerdigungen und sonstigen Veranstaltungen.

Der Jazz verbreitete sich durch die (auch) afroamerikanische Zuwanderung aus dem Süden in Chicago und weiteren nördlichen Metropolen der USA. Dabei erfuhr er natürlich auch viele unterschiedliche Einflüsse, die für die verschiedenen Ausprägungen und Stile verantwortlich zeichneten. Eine allgemeingültige Definition des Jazz ist heutzutage nicht mehr möglich, da er sich im Laufe von nahezu 100 Jahren zu sehr verändert hat und damit auch zu viele Einflüsse berücksichtigt werden müssen.

Bereits in New Orleans wurde der Jazz auch von Weißen gespielt. Deren Musik wurde als „Dixieland Jazz" bezeichnet.

Bekannt wurde der Jazz dann durch die Plattenaufnahme von 1917 der weißen „Original Dixieland Jazz Band", der ersten Jazz-Aufnahme. Bis dahin hatten die meisten Amerikaner noch nie Jazz gehört, obwohl er schon seit Jahren gespielt wurde.

Mit dieser ersten Aufnahme nahm der Jazz den Platz der beliebtesten Musik in Amerika ein und wurde zur alles dominierenden Musik. Es folgten dieser ersten zahlreiche weitere Aufnahmen, von denen die meisten allerdings in Chicago und nicht in New Orleans erstellt wurden.

In den 1920er Jahren entstand eine neue Stilrichtung – der Chicago Jazz. Hier hatte das Saxophon zum ersten Mal eine wichtige musikalische Rolle. Das Saxophon war bis dahin ein rein militärisches Instrument, das ca. 1840 erfunden worden war.

Als Louis Armstrong 1924 für zwei Jahre nach New York ging, um dort mit der Band von Fletcher Henderson zu spielen, veränderte das den Jazz für immer. Denn in New York eröffnete Armstrong den Weg zum Swing und führte im Jahr 1926 bei der Aufnahme des Songs „Heebie Jeebies" auch noch den Scat-Gesang ein.

Der Swing hatte in den 1930er Jahren seinen Durchbruch. Als das Radio in den USA Einzug hielt, erklang auch der Swing in den amerikanischen Wohnzimmern. Die Bands, in denen weiße Musiker spielten, machten diese Musik salonfähig. Schwarze Bands wurden ebenfalls populär, aber nicht im gleichen Maße wie die weißen. Viele Tanzstile entwickelten sich parallel dazu, etwa Jitterbug oder Lindy Hop. In den 1930er Jahren blühte nach dem Ende der Wirtschaftskrise eine nie dagewesene Jugendkultur auf, in der der schnelle Swing mit seinen Tänzen unvorstellbar populär wurde.

In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg entwickelten sich moderne Stilrichtungen des Jazz wie Bebop, Cool Jazz und Free Jazz, aus denen bis heute ungezählte Varianten weltweit hervorgingen. Swingende Musik ist aber nach wie vor populär, wie Künstler wie Roger Cicero oder Stefan Gwildis auch aktuell unter Beweis stellen.