Das Piano ist DAS Instrument des Boogie Woogie.

Der Begriff Klavier bezeichnete ursprünglich jedes Instrument, das mit Tasten bestückt wurde, so auch das Cembalo, das Clavichord und die Orgel. Heute wird „Klavier" in Deutschland mehr zur Unterscheidung zum Flügel gebraucht, ist aber nichtsdestoweniger immer noch die Oberbezeichnung für beide Instrumente. Dasselbe gilt auch für die Begriffe Piano und Pianoforte.

Der Aufbau eines Klaviers ist folgender: die 88 Tasten teilen sich auf in 52 weiße und 36 schwarze Tasten. Da die Tastenbreite mittlerweile normiert ist, ist eine Klaviatur heute 123 cm breit.

Eine Oktave besteht beim Klavier aus sieben weißen und fünf schwarzen Tasten. Auf der linken Seite liegen die tiefsten und auf der rechten die höchsten Töne. Einige Pianos haben Pedale (2 oder auch 3), die den Klang eines Pianos beeinflussen. Das rechte Pedal sorgt dafür, dass alle Dämpfer von den Saiten abgehoben werden. Damit erreicht man, dass die Saiten nach dem Loslassen der Tasten weiter nachschwingen. Damit klingen auch andere Töne mit und das Klavier klingt voller.

Das linke Pedal verschiebt die gesamte Mechanik, was dafür sorgt, dass nicht die drei Saiten je Ton angeschlagen werden, sondern nur noch zwei. Dies sorgt dafür, dass die dritte Saite durch die Resonanz der angeschlagenen Saiten schwingt, damit ändert sich die Klangfarbe. Damit wird insgesamt das Spielen besonders leiser Stellen erleichtert.

Das dritte Pedal ist entweder ein Moderatorpedal oder ein Tonhaltepedal. Der Moderator legt ein Filz über die Tasten, damit wird das Instrument deutlich leiser. Das Tonhaltepedal hält den Hammer davon ab, wieder auf die Saite zurückzufallen, während die übrigen Töne regulär gespielt werden. Es findet besonders in der Klaviermusik des 20. Jahrhunderts Verwendung.

Das Piano spielt in der Geschichte des Jazz und Blues eine tragende Rolle. Es war ja schon der Ragtime, aus dem dann der Jazz resultierte, eine pianistische Musik. Auch der Blues mit seiner frühen Spielart des Barrelhouse-Piano, aus welchem sich der Boogie Woogie entwickelte, wäre ohne das Piano undenkbar.

Das Piano trug wesentlich zur Entwicklung und Verbreitung des Boogie Woogie, Ragtime, Stride etc bei. Im 19. Jahrhundert gehörte das Klavier zur Ausstattung der festen Vaudeville-Theater. Der Siegeszug des Klaviers in den USA zeigte sich z.B. in den Verkaufszahlen 1860: Amerikanische Pianofirmen verkauften in diesem Jahr über 20.000 Instrumente. Die Verkäufe stiegen bis 1910 auf 370.000 jährlich.

Zusammen mit der Eisenbahn kam das Piano auch in den Wilden Westen. Dort angekommen wurde es sich in jedem Saloon, Bordell, Bar, Café und Sports-Club heimisch und wurde zum unentbehrlichen Inventar. Die Pianisten, egal ob weiß oder schwarz, spielten darauf zum Tanz oder zur Unterhaltung. Durch die Verbreitung des Klaviers verbreiteten sich auch der Barrelhouse-Stil und der Ragtime. Die Weichen für den Boogie Woogie, Blues und Jazz waren gestellt.